| 31.12.2003 Jahresrückblick des Pflichtbereichskommandanten |
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| Geschrieben von: BI Harald Leimer (PBKDO Bad Ischl) | |
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Mit Ablauf des Kalenderjahres 2003 ist es Zeit, auch kurz zurückzublicken und - ohne den bevorstehenden Jahresvollversammlungen vorgreifen zu wollen - kurz "Rückblende" über das nun abgelaufene Feuerwehrjahr zu halten. Zur Wahrung der Sicherheit und zum Wohle der mehr als 14.000 Einwohnern und den zahlreichen Gästen der Stadt Bad Ischl stehen in Bad Ischl 5 Freiwillige Feuerwehren (FF Bad Ischl, FF Jainzen, FF Lauffen, FF Mitterweißenbach und FF Pfandl) und 5 Feuerwachen (FW Ahorn-Kaltenbach, FW Perneck, FW Reiterndorf, FW Rettenbach-Steinfeld-Hinterstein und FW Sulzbach), die der FF Bad Ischl angegliedert sind, mit mehr als 600 Feuerwehrkameraden sowie 24 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Der Mitgliederstand hat sich im Jahr 2003 positiv entwickelt, wobei von der Gesamtzahl der Feuerwehrkameraden 375 dem Aktivstand, 188 dem Reservestand sowie 74 Kameraden der Jugendfeuerwehr angehören. Gerade die gute Entwicklung des Personalstandes in den Jugendgruppen der Feuerwehren und Feuerwachen der Stadt Bad Ischl ist der Garant dafür, dass auch für die kommenden Jahre bzw. Generationen die Einsatzbereitschaft gewährleistet ist, und ich möchte mich hier sehr herzlich bei den Jugendbetreuern für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit bedanken. Das Jahr 2003 war – neben der umfangreichen Einsatztätigkeit – auch von den im 1. Quartal stattgefundenen Feuerwehrwahlen, die alle 5 Jahre durchzuführen sind, geprägt. Dabei gab es bei einigen Feuerwehren und Feuerwachen einen Wechsel in der Zusammensetzung des Kommandos. So standen die langjährigen Kommandanten ABI Ernst Struber (FF Bad Ischl), BI Gottfried Grabner sen. (FW Ahorn-Kaltenbach), BI Julius Höllwerth (FW Reiterndorf) und HBI Alfred Müllegger (FF Jainzen) nicht mehr für eine weitere Funktionsperiode zur Verfügung. Als neue Kommandanten wurden bei den einzelnen Jahresvollversammlungen die Kameraden ABI Franz Hochdaninger sen. (FF Bad Ischl), BI Gottfried Grabner jun. (FW Ahorn-Kaltenbach), BI Josef Mösenbichler (FW Reiterndorf) und HBI Anton Weinbacher (FF Jainzen) gewählt bzw. ernannt. Einsatztätigkeit 2003: Im Jahr 2003 mussten in Bad Ischl 107 Brand- (+ 30 % gegenüber 2002) und 327 technische Einsätze (+ 5 %) bewältigt werden. Aus den Zahlen ist klar ersichtlich, dass die technischen Hilfeleistungen mit 75 % den Großteil der Einsatztätigkeit ausmachen und hier sind es vor allem Einsätze im Straßenbereich, die von Jahr zu Jahr steigende Tendenz aufweisen. Brände: Neben zahlreichen Sicherungsdiensten bei Veranstaltungen, Alarmierungen nach Brandmelderalarme und Täuschungsalarmen musste auch zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt werden, wenn die Einsatzmeldung „Brandalarm Wohngebäude“ bzw. „Brandalarm Gewerbebetrieb“ lautete. Bei 4 Brandeinsätzen musste die Alarmstufe II (= Pflichtbereichsalarm = alle Feuerwehren und Feuerwachen des Gemeindegebietes Bad Ischl) ausgelöst werden. Der erste Brand betraf eine Holzhütte in der Pernecker Straße, der am 21. März 2003 ausbrach und auf das nebenstehende Wohngebäude überzugreifen drohte. Knapp 6 Wochen später (1. Mai 2003) gab es Brandalarm bei einem Wohngebäude in der Lindau, wo der Dachstuhl in Brand geraten war und bereits 2 Wochen darauf musste wiederum in die Lindau ausgerückt werden, als ein überhitzter Ofen eine Hütte in Brand setzte. Der vierte Brandeinsatz, bei dem Pflichtbereichsalarm ausgelöst wurde, ereignete sich am 21. Juni 2003, als in einem Abstellraum der Firma Kastner & Öhler in der Götzstraße Brand ausbrach. technische Einsätze: Von den 327 Einsätzen entfiel ein Großteil auf Hilfeleistungen im Straßenbereich, d. s. Einsätze, bei denen die Alarmmeldung „Verkehrsunfall“, „Bergung von Kraftfahrzeugen“, „Freimachen von Verkehrswegen“ oder „Auslaufen von Mineralöl“ hieß. Leider galt es dabei, zahlreiche zum Teil schwer verletzte Personen bzw. sogar ein Todesopfer aus ihren Unfallfahrzeugen zu bergen. Der Großteil der Einsätze musste dabei auf der B 145, der Salzkammergut-Straße, die auf einer Länge von 13 Kilometer durch das Gemeindegebiet von Bad Ischl führt, bewältigt werden. Hier waren vor allem die Freiwilligen Feuerwehren Bad Ischl, Mitterweißenbach und Lauffen sowie die Feuerwache Sulzbach gefordert. Die Einsätze auf der B 158, der Wolfgangsee Straße, wobei auch Unfälle im Kaiserparktunnel Bad Ischl zu verzeichnen waren, wurde in bewährter Weise mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Pfandl bewältigt. Einer der langwierigsten technischen Einsätze ereignete sich am 30. Jänner 2003. In der sogenannten „Kalkwerkkurve“ waren 2 LKW zusammengeprallt, wobei ein Schwerfahrzeug Feuer gefangen hatte und sich der schwer verletzte Fahrer gerade noch rechtzeitig selbst aus seinem brennenden Fahrzeug retten konnte. Neben der Brandbekämpfung und der Hintanthaltung einer Umweltgefährdung durch ausgetretenes Öl war vor allem die LKW-Bergung ein schwieriges Unterfangen. Erst durch die Unterstützung des Kranfahrzeuges der FF Vöcklabruck und nachdem ca. 10.000 kg Salz des Silowagens händisch umgeschaufelt wurden, konnte die Bergung durchgeführt werden. Insgesamt waren bei diesem Einsatz mehr als 70 Feuerwehrkameraden mehr als 400 Stunden im Einsatz. Die Bundesstraße war dabei für 6 Stunden total gesperrt. Weitere Einsatzschwerpunkte waren Leiterneinsätze, Pumparbeiten, Sturmschäden und Türöffnungen. Nicht vergessen darf man jedoch die fast 100 Einsätze, die das Entfernen von störenden Wespennestern als Einsatzauftrag hatten – dies stellte eine Rekordwert im abgelaufenen Jahr dar. Bautätigkeiten und Anschaffungen: Um rasch und effizient helfen zu können, sind neben einer geschulten und motivierten Einsatzmannschaft auch die notwendigen Fahrzeuge und Gerätschaften notwendig. Da die von der Gemeinde für das Feuerwehrwesen zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln immer geringer werden, sind wir immer mehr auf „Eigeninitiativen“ angewiesen. So werden – unter Aufbringung von hunderten zusätzlichen Stunden – jährlich Haussammlungen, Garten- oder Straßenfesten, Bierzelte und Christbaumverkäufe abgehalten, um mit den Reinerlösen dieser Veranstaltungen das Feuerwehrwesen mitzufinanzieren. Weitere Eigenmittel wurden durch die Übernahme der Kassiertätigkeit beim Bad Ischler Stadtfest aufgebracht; hier konnte in den letzten 10 Jahren ein Betrag € 380.000,00 für das Feuerwehrwesen erwirtschaftet werden, welcher ausschließlich in die Anschaffung notwendiger Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände floss und das Gemeindebudget enorm entlastete. Mit den so erarbeiteten finanziellen Mitteln, der gewährten Geldbeträge der Stadtgemeinde Bad Ischl sowie der Bedarfszuweisungen des Landes Oberösterreich konnten im letzten Jahr folgende bauliche Maßnahmen abgeschlossen werden: Ende Februar erfolgte in Anwesenheit von Politikern und Feuerwehrfunktionären die Inbetriebnahme der bei der FF Bad Ischl errichteten und modernst ausgestatteten Einsatzleitzentrale, der im Großschadensfall auch überörtliche Bedeutung zukommt und völlig autark betrieben werden kann. Die Verlagerung eines neuen Tunneltanklöschfahrzeuges aus Mitteln der KHD-Abteilung des OÖ Landesfeuerwehrkommandos und die Inbetriebnahme der neuen Atemschutzzentrale bzw. des neuen Atemluftkompressor stellten weitere Highlights bei der FF Bad Ischl dar. Die Kameraden der FF Jainzen konnte nach 4jähriger Bauzeit im Beisein hochrangiger Gäste das neue Gerätehaus offiziell seiner Bestimmung übergeben und bei der FF Lauffen wurden eine Tragkraftspritze sowie umluftunabhängige Atemschutzgeräte angeschafft und so die Schlagkraft wesentlich erhöht. Im Gerätehaus der FF Miterweißenbach wurde eine Heizung eingebaut und auch die baulichen Massnahmen bei der FF Pfandl schritten im abgelaufenen Jahr zügig voran, sodaß man heuer im August die Gerätehaussegnung vornehmen wird können. Neben den finanziellen Beiträgen, die die einzelnen Wehren zur Realisierung dieser Baumassnahmen leisteten, wurden noch mehrere tausend Stunden Arbeitsleistung freiwillig eingebracht und erst dadurch eine Finanzierung der Vorhaben ermöglicht. Ich möchte daher an dieser Stelle allen Kameraden danken, die durch ihren persönlichen Einsatz bei den einzelnen Projekten mitgeholfen haben und so nicht unwesentlich zur Realisierung beigetragen haben. Für das Jahr 2004 steht die Umstellung aller Sirenenendstellen auf das neue „OÖ Warn- und Alarmsystem“ und die digitale Alarmplanerfassung bevor, wo neben den finanizellen Mitteln auch wiederum zahlreiche Arbeitsstunden aufzuwenden sein werden. Gemeinsame Schulungen und Übungen sowie die Teilnahme an Kursen an der OÖ Landesfeuerwehrschule bzw. Leistungsbewerben runden das Ausbildungsprogramm ab. Mit diesen kurzen Ausführungen hoffe ich, Ihnen einen kurzen Rückblick über das Feuerwehrjahr 2003 gegeben zu haben und hoffe, dass Sie, geschätze Leserinnen und Leser, den Feuerwehren auch in Zukunft wohl gesonnen sind. Jenen Firmeninhabern, die Feuerwehrkameraden beschäftigen, bitte ich – so wie auch in der Vergangenheit – diese im Alarmfall ihren Arbeitsplatz verlassen zu dürfen und möchte mich gleichzeitig für das Verständnis und für das Entgegenkommen sehr herzlich bedanken. Den vorgesetzten, behördlichen Dienststellen danke ich für die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr verbunden mit der Bitte, auch in Zukunft alles daran zu setzen, um die Schlagkraft der Feuerwehren und Feuerwachen des Pflichtbereiches Bad Ischl zu gewährleisten und dementsprechend finanzielle Mittel bereitzustellen, damit der gesetzlich vorgeschriebenen Auftrag erfüllt werden kann. Sollten Sie Fragen und/oder Anliegen betreffend dem Feuerwehrwesen in der Stadt Bad Ischl haben, wenden Sie sich bitte an den Kommandanten der zuständigen Wehr in Ihrem Ortsteil bzw. können Sie auch gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. mit mir Kontakt aufnehmen. Franz Hochdaninger, ABI
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