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Am gestrigen Vormittag fand die 148. Jahresvollversammlung der Hauptfeuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ischl im Jugendgästehaus in Bad Ischl statt.

Pünktlich um 09.00 erfolgte die Begrüßung durch Feuerwehrkommandant ABI Franz Hochdaninger, der neben den Feuerwehrkameraden auch zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen konnte.

So waren Bürgermeister Hannes Heide, Vizebürgermeister Rainer Mayrhofer, Stadtrat Anton Fuchs, der Stv. Stadtamtsdirektor Mag. iur. Wolfgang Degeneve, der Leiter des Wasserwerkes und Wirtschaftshofes Bad Ischl, Wilhelm Hörhager, der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bad Ischl, Chefinspektor Hermann Müllegger, der Feuerwehrarzt Dr. med. Bernhard Schmid und der stellvertretende Ortsstellenleiter des Roten Kreuzes Bad Ischl, Abteilungskommandant Johann Strubreiter der Einladung gefolgt.

Ganz besonders begrüßte er den Bezirksfeuerwehrkommandanten OBR Robert Benda sowie den Abschnittsfeuerwehrkommandanten BR Stefan Schiedorfer, sowie alle erschienen Feuerwehrkameraden und Jugendfeuerwehrmitgliedern der eigenen Wehr sowie den Abordnungen der Feuerwachen und Feuerwehren des Pflichtbereiches Bad Ischl.

Nach dem Gedenken an die im Jahr 2012 verstorbenen Feuerwehrkameraden erfolgte durch den stellvertretenden Kommandanten, HBI Christian Pernecker, ein Rückblick auf das Jahr 2012.

Die wichtigsten Informationen daraus: Die Hauptfeuerwache der FF Bad Ischl kann per 31. Dezember 2012 auf einen Personalstand von 89 Kameraden (64 Aktive, 10 Jugendfeuerwehrmitglieder und 15 Reservisten) verweisen. Von den Kameraden der FF Bad Ischl wurden dabei im Jahr 2012 10.277 Stunden ehrenamtlich und unentgeltlich geleistet, die neben der Einsatztätigkeit vor allem im Bereich Aus- und Fortbildung, Bewerbe, Verwaltung aber auch zur „Geldbeschaffung“ (Bosnastand, Sirenenball, Christbaumverkauf, etc.) angefallen sind. Vor allem betonte er die Wichtigkeit der Aus- und Fortbildungen, da diese zum Einsatzerfolg maßgeblich beitragen.

Er dankt in seinen Ausführungen alle Kameraden für deren Mithilfe – auf der einen Seite die Ausbildner und Sachgebietsleiter und auf der anderen Seite den Teilnehmer und Helfern für deren ganzjähriges Engagement.

Im Jahr 2012 wurde die Hauptfeuerwache der FF Bad Ischl zu 121 Einsätzen (37 Brandeinsätze und 84 technische Hilfeleistungen) gerufen. Alleine der Einsatzdienst der Kameraden der HFW Bad Ischl nahm dabei 1.388 Stunden Arbeitszeit in Anspruch.

Ein kurzer Auszug aus der Statistik zeigte das vielfältige Einsatzspektrum, welches von der Feuerwehr abgedeckt wird und so mussten im Jahr 2012 u. a. folgende Einsatzarten verzeichnete werden: 9 x Auslaufen von Mineralöl, 1 x Ausströmen von Gasen und Dämpfen, 2 x Befreiung von Menschen aus Notlage, 18 x Bergung von Kraftfahrzeugen, 1 x Freimachen von Verkehrswegen, 21 x Leitereinsatz, 1 x Pumparbeit, 3 x Sicherungsdienst, 4 x Sturmschaden, 1 x Suchaktion, 1 x Türöffnung, 8 x Verkehrsunfall, 4 x Wasserschaden (sonstiger) 10 x sonstige Einsätze.     Mit einem abschließenden Dank an die Kameraden für die Zuverlässigkeit und stete Einsatzbereitschaft beendet Pernecker seine Ausführungen.      Kassier AW Franz Leithner mit seinem Bericht folgte als nächster. Er legte einen beeindruckenden Kassabericht über das abgelaufene Finanzjahr der FF Bad Ischl ab. Er verdeutlichte auf sehr augenscheinliche Art und Weiße, wie die finanziellen Mittel, welche über das Jahr eingenommenen, aber auch gespendet, für Verbesserungen der Ausrüstungsgegenstände verwendet wurden.

Nach dem Bericht der Kassenrevisore BI Michael Kranabitl und HBM Alexander Huber, die eine ordnungsgemäße und korrekte Buchführung attestierten, wurde dem Kassier von der Versammlung einstimmig die Entlastung erteilt.

HBM Bernhard Laimer berichtete über die Ausbildung der Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Dabei hob er vor allem die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Jugendbetreuer des Pflichtbereiches Bad Ischl hervor, welches in dieser Form einzigartig ist. Erfreulich ist das im letzten Jahr 2 Jungfeuerwehrmitglieder in den Aktivstand aufgenommen wurden. Beim Wissenstest am 26.02 in Ebensee, konnten folgende Jungfeuerwehrmänner das Wissenstestabzeichen in Bronze erwerben: JFM Aylin Aksoy, JFM Koray Aksoy, JFM Josef Huber und JFM Jakob Mühlbacher. Für die Ausbildung und sonstige Aktivitäten der Jungfeuerwehrmänner wurden im vergangenen Jahr 824 Stunden aufgewendet. Er dankte seinen Helfern bei der Ausbildung und seiner Feuerwehrjugend für deren Engagement.

ABI Franz Hochdaninger bedankte sich bei HBM Bernhard Laimer für die geleistete Arbeit.

HFM Michael Zeppezauer legte stellvertretend für BI Harald Leimer Bericht über die EDV und Öffentlichkeitsarbeit der FF Bad Ischl bzw. vom Feuerwehrpflichtbereich Bad Ischl ab. Auf Grund eines Hackerangriffes ist die Homepage zurzeit nicht aufrufbar, jedoch wird bereits wieder daran gearbeitet, den Schaden wieder zu beheben. Er zeigte sich erfreut über die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und Feuerwachen des Pfichtbereiches Bad Ischl. Leider gingen die Zugriffszahlen im abgelaufenen Jahr auf 34.848 Besucher zurück, jedoch sei der Grund dafür erfreulich, da man weniger schlimme Einsatz (Tote und schwer Verletzte) zu verzeichnen hatte und eben nur solche Einsätze die Zugriffszahlen in die Höhe schnellen lassen.

Nach diesen Berichten folgte der Tagesordnungspunkt Angelobungen:

Bei der Jugend wurden JFM Maximilian Mayer, JFM Florian Schiffer sowie JFM Felix Pernecker und bei der Aktivmannschaft PFM Kevin Pürer und PFM Rainer Stadler feierlich angelobt.

Im Anschluss daran wurden folgende Beförderungen ausgesprochen:   zum Feuerwehrmann: JFM Kai Stefan Stadler, PFM Kevin Pürer, PFM Rainer Stadler, zum Oberfeuerwehrmann: FM Rene Gollowitzer und FM Michael Schiendorfer, zum Hauptfeuerwehrmann: OFM Wolfgang Lindner, zum Löschmeister: HFM David Hayböck, HFM Stefan Hofinger und HFM Philip Schmoigl sowie zum Brandmeister: HLM De Bettin Padolin Andreas.

Daran folgte der Bericht des Kommandanten, der sich eingangs bei allen seiner Kameraden bzw. bei den anderen Feuerwehren und Feuerwachen des Feuerwehrpflichtbereiches Bad Ischl für die gute Zusammenarbeit und für die geleistete Arbeit sehr herzlich bedankte. Aber auch für die politischen Verantwortlichen der Stadtgemeinde Bad Ischl fand er lobende Worte, da sie großes Verständnis für das Feuerwehrwesen in Bad Ischl aufbringen und dieses entsprechend unterstützen, nicht so wie es in der Landespolitik in Oberösterreich üblich ist, wo die meisten politischen Verantwortlichen keine Kenntnis über das Feuerwehrwesen besitzen und nur die (geringen) Kosten aber dafür nicht den hohen Nutzen sehen wollen. Zum Vergleich: würde das Feuerwehrsystem von Frankreich in Österreich eingeführt werden, dann würden sich alleine die Kosten auf das 4-fache belaufen. Jedoch haben die Feuerwehren dort meist einen Einsatzradius von über 80 km. Wie eine Studie belegt, ist es in Österreich, durch die dichte an Feuerwehren möglich, Interventionszeiten von 10-12 min. zu erreichen.

Aber auch zeigte er sich bestürzt, wie respektlos die politischen Verantwortlichen mit einer freiwilligen Organisation, die noch dazu perfekt funktioniert, umgehen. Das Selbstbestimmungsrecht konnte noch gehalten werden, nun wird versucht, mittels noch geringerer finanzieller Mittel die Freiwilligen Feuerwehren in die Knie zu zwingen. Fahrzeuge müssen nun 30 Jahre dienen, jedoch fallen mit dem Alter hohe Erhaltungskosten an, für welche jedoch das Land OÖ nicht bereit ist auf zu kommen. Gleichzeitig wird das Kulturbudget immer wieder aufgestockt, aber bei den geringen Kosten des Feuerwehrwesens möchte man „0“ auch noch kürzen. Geschichtlich betrachtet, wurden vor 150 Jahren die ersten gegründeten Freiwilligen Feuerwehren, von den Habsburgern nicht mit offenen Händen empfangen. Auch die Kriegsjahre hat das Feuerwehrsystem überlebt und auch diese Krise, ausgelöst von der Landespolitik in OÖ wird es überleben!

Im Anschluss folgte der Tagesordnungspunkt Neuwahlen, welche vom Bürgermeister der Stadt Bad Ischl, Hannes Heide geleitet wurden. Von den 65 anwesenden wahlberechtigten Kameraden wurde das alte bzw. auch neue Kommando bestätigt. Kommandant: ABI Franz Hochdaninger, 1. Kommandant-Stellvertreter: HBI Christian Pernecker, 2. Kommandant-Stellvertreter: OBI Eisl Jochen, Kassenführer: AW Franz Leitner und Schriftführer: AW Martin Pesendorfer.

Abschnittsfeuerwehrkommandant BR Stefan Schiendorfer lobte die perfekte Zusammenarbeit der Feuerwehren und Feuerwachen in Bad Ischl. Die Jugendarbeit hob er dabei besonders heraus und dass auch die Feuerwehrjugend immer wieder als Feuerwehrpflichtbereich Bad Ischl auftritt, freut ihn sehr. Gerade dieser Zusammenhalt unter den einzelnen Wehren macht den Feuerwehrpflichtbereich stark. Zu guter Letzt gratulierte er allen neu gewählten Funktionen und wünschte ihnen auf diesen Weg alles Gute für die Zukunft.

Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Robert Benda dankte allen neu angelobten Kameraden für ihre Bereitschaft, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Auch er gratulierte allen neu gewählten Funktionen. Aber er betonte auch, dass auch in den nächsten Jahren dem Feuerwehrwesen ein harter Kampf mit der Landespolitik bevorstehe und so muss man auch zukünftig auf der Hut sein.

Vizebürgermeister Rainer Mayrhofer stellte klar, dass er sicherlich nicht dieselbe Meinung über das Feuerwehrwesen mit dem Land OÖ teilt. Auch er selbst war jahrelang ehrenamtlich beim Roten Kreuz tätig und aktuell stellt er sich bei der Bergrettung ehrenamtlich zur Verfügung. Für ihn ist es unverständlich, dass das Land OÖ für das Feuerwehrwesen keine Wertschätzung aufbringt. Ebenfalls unterstrich er, dass neben den Einsatzdienst noch mehr Stunden für Aus- und Weiterbildung sowie andere Veranstaltungen aufgewendet werden. Vor allem den Familien und Partnern der Feuerwehrkameraden dankte er für ihr Verständnis, aber auch jenen Arbeitgebern, welche ihre Mitarbeiter in dieser Hinsicht unterstützen.

Bürgermeister Hannes Heide dankte dem neu gewählten Kommando, aber auch denen Funktionen, die ausgeschieden sind für ihren Einsatz. Vor allem hob er BI Franz Vockner heraus, welcher nach 40 Jahren als Kommandant der Feuerwache Perneck sein Amt niederlegte. Die Öffentlichkeitsarbeit bzw. die Homepage ist für das Bewusstsein der Bevölkerung, aber auch der Politik sehr wichtig. Da die Homepage immer aktuell ist, kann man sehen, was das Feuerwehrwesen in Bad Ischl leistet. Auch er verstehe den Ansatz des Landes OÖ nicht, in welchem nur von Kosten, aber nicht vom hohen Nutzen gesprochen wird. Das Feuerwehrwesen ist aber auch eine wichtige soziale Komponente in der Gemeinde und stellt eine Art Nachbarschaftshilfe dar. Zu guter Letzt bedankte er sich bei jedem einzelnen Kameraden für seinen Einsatz und deren Bereitschaft, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen.

Um Punkt 11:00 beendete ABI Franz Hochdaninger die 148. Jahresvollversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ischl.