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Die Vollversammlung der Hauptfeuerwache Bad Ischl für das Berichtsjahr 2004, dem 140. Bestandsjahr, fand heute Abend im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ischl statt.

Kommandant ABI Franz Hochdaninger sen. konnte als Ehrengäste von der Feuerwehr Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Robert Benda, Abschnittsfeuerwehrkommandant BR Stefan Schiendorfer, die Vertreter der Feuerwehren und Feuerwachen von Bad Ischl sowie 59 Kameraden der eigenen Wehr sehr herzlich begrüßen.

Weiters waren Bürgermeister Helmut Haas, die Vizebürgermeister Josef Reisenbichler und Johann Panhuber, die Gemeinderäte Dr. Klaus Brändle, Anton Fuchs und Markus Reitsamer, Stadtamtsdirektor-Stellvertreter Mag. iur. Wolfgang Degeneve, der Leiter der Finanzabteilung der Stadtgemeinde Bad Ischl, Rechnungsdirektor Rainer Stadler, BezInsp Hermann Müllegger (Bundesgendarmie), KontrInsp Peter Stibl (Städtische Sicherheitswache), Christian Haschek (RK Bad Ischl), wirklicher Hofrat Primarius Dr. med. univ. Franz Thalhammer (NEF-Team und ärztlicher Leiter des LKH Bad Ischl), der Obmann der Bergrettung Bad Ischl Dr. med. univ. Bernhard Schmid sowie als Vertreter der heimischen Presse Horst Kuprian von der „Ischler Woche“ der Einladung zur Jahresvollversammlung der FF Bad Ischl gefolgt.

Im Anschluss an die Begrüßung folgte das Totengedenken, wo man den im Vorjahr verstorbenen Kameraden HLM Josef Schenner (HFW Bad Ischl), FM Leopold Grieshofer (FW Perneck) und OBM Matthias Loidl (FW Rettenbach-Steinfeld-Hinterstein) gedachte.

Der Tätigkeitsbericht, der auch in schriftlicher Form auflag, wurde anschließend von Kommandant-Stellvertreter HBI Christian Pernecker vorgetragen, von dem nachstehend die wichtigsten Punkte wiedergegeben werden. Die FF Bad Ischl kann zum Stichtag 31. Dezember 2004 auf einen Mitgliederstand von 73 Kameraden verweisen, die sich auf 55 Aktive, 14 Jugendfeuerwehrmitglieder und 4 Reservisten aufteilen.

Im Jahr 2004 wurden die Kameraden der Hauptfeuerwache der FF Bad Ischl zu insgesamt 151 Einsätze gerufen, wobei 54 Brandeinsätze und 97 technische Hilfeleistungen zu bewältigen waren. Die größeren Brandeinsätze waren der Brand in der WSV-Hütte in Kaltenbach, in der Müllverladestation der AVE in Sulzbach, im Hotel „Schenner“ in der Schulgasse, in der Steinfeldstraße sowie in der Esplanade. Interessant ist auch die Tatsache, dass fast 50 % aller Brandeinsätze aufgrund von Brandmeldeanlagenalarmen zu verzeichnen sind – zum Großteil Fehl- und Täuschungsalarme. Bei den technischen Hilfeleistungen waren – wie auch schon in den Vorjahren – die Einsätze im Bereich „Straße“ ein großer Schwerpunkt. Leitereinsätze, Wasserversorgungen, Sturmschäden, Suchaktionen und Türöffnungen „ergänzten“ das Einsatzprogramm. Auch auf die Aus- und Weiterbildung wurde wieder größtes Augenmerk gelegt und so wurden neben Kursbesuchen an der OÖ Landesfeuerwehrschule auch wieder fast 50 Übungen abgehalten.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Ausbildung waren die Vorbereitungen bzw. Teilnahme an Bewerben und so konnten im Jahr 2004 insgesamt 17 Leistungsabzeichen (FLA „Bronze“ und „Silber“ sowie THL „Bronze“) errungen werden. Die Gesamtzahl der aufgewendeten Stunden der Kameraden der FF Bad Ischl beliefen sich dabei auf 11.250, wobei der „reine“ Einsatzdienst mit nur 1.384 Stunden zu Buche schlägt und die restliche Zeit (9.866 Stunden) für Ausbildungs- und Übungstätigkeit, Wartungen und Instandsetzungen, die Jugendarbeit sowie für den großen Brocken „Verwaltung/Bürokratie“ aufgewendet wurden.

Kassier AW Franz Leithner war mit seinem Bericht als Nächster an der Reihe. Trotz guter Einnahmen durch den Christbaumverkauf, der Spendenbriefaktion und des erstmalig im Advent durchgeführten Punschstandes mussten wieder große Ausgaben verzeichnet werden; doch konnte per 31. Dezember 2004 ein positiver Kassastand verzeichnet werden. Die zur Zeit laufende Anschaffung eines Kleintransporters (LAST) wird zum Großteil von der FF Bad Ischl finanziert werden und hierbei die angesparten Beträge aus den letzten Jahren verwendet.

Die Rechnungsprüfer bescheinigten ihm eine ordentliche und tadellose Buchführung und die Versammlung erteilte ihrem Kassier einstimmig die Entlastung.

Es folgten die Ausführungen der einzelnen Sachbearbeiter.

HBM Andreas Loidl konnte über die Jugendarbeit im Jahr 2004 berichten und auf eine sehr erfreuliche Entwicklung des Mitgliederstandes verweisen, der sich um 55 % erhöht hat und man zum Stichtag 31. Dezember 2004 auf 14 Jugendfeuerwehrmitglieder verweisen kann. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit und hervorragenden Ausbildungsstand aller Jugendgruppen des Pflichtbereiches Bad Ischl hervor, die auch auf die regelmäßigen Besprechungen der Jugendbetreuer zurückzuführen ist. Besondere Highlights im abgelaufenen Jahr waren sicherlich die Teilnahme am Wissenstest und am 6-Bezirke-Jugendlager sowie der gemeinsame Ausflug der Bad Ischler Jugendgruppen zur Fa. KTM, der Jux-Wettkampf sowie der Winter-Drei-Kampf.

BI Harald Leimer schloss sich mit seinem Bericht über die EDV- und Öffentlichkeitsarbeit an und gab einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung in diesen Bereichen. Vor allem die „Medienarbeit“ hat sich zu einem sehr zeitintensiven Bereich entwickelt, der jedoch außerordentlich wichtig ist. So kann man bei der FF Bad Ischl mittlerweile auf sehr gute Medienkontakte – sowohl regional als auch überregional – verweisen. Ein besonderes Ereignis im Jahr 2004 war sicherlich die Verleihung des Ö3-Verkehrsawards in der Kategorie „Feuerwehr“ an die FF Bad Ischl, den man am 12. Februar 2004 im Ö3-Haus in Wien-Heiligenstadt von Bundesminister Dr. iur. Ernst Strasser entgegennehmen durfte. Mit dem Verweis auf ein paar statistische Details (jährlich mehr als 50 Presseaussendungen, 900 bis 1.000 Fotos, Website mit mehr als 150 Seiten, etc.) und dem Dank für die Unterstützung beendete Leimer seine Ausführungen.

Kommandant ABI Franz Hochdaninger nahm anschließend folgende Beförderungen vor:

Zum Feuerwehrmann und Angelobung: PFM Mario Buchberger und PFM Roman Moser, zum Oberfeuerwehrmann: FM Franz. Hochdaninger jun., zum Löschmeister: HFM Andreas De Bettin und HFM Hannes Stibl und zum Hauptlöschmeister: OLM Alexander Mühlbacher.

Kamerad LM Andreas De Bettin wurde weiters der Bescheid zur Ernennung zum LUN-Kommandaten überreicht und ihm der Funktionsdienstgrad „Brandinspektor“ zuerkannt.

Von den Mitgliedern der Jugendgruppe wurden die Kameraden JFM Christian Achleitner, JFM Florian Eisl, JFM Stefan Loidl, JFM Andreas Stiegler, JFM Lukas Wieder, JFM Michael Zeppezauer und JFM Aleksandar Zivkovic angelobt.

Der Bericht des Kommandanten kam als nächster Tagesordnungspunkt. Er dankte in seinen Ausführungen den Mitgliedern des Kommandos bzw. der gesamten Mannschaft der FF Bad Ischl für ihre wertvolle, unentgeltliche Arbeit, die leider in der Öffentlichkeit oft nicht richtig geschätzt wird.

Ganz besonders erwähnte er dabei E-ABI Ernst Struber und E-BI Gerhard Kößler, die – obwohl sie keine Funktion mehr ausüben – der Feuerwehr immer mit Rat und Tat zur Seite stehen und noch voll aktiv sind. Dank sprach er auch der Kantinen-Crew sowie dem Team der Atemschutzwerkstätte, deren Arbeiten noch lange nach einem Einsatz andauern und unaufschiebbar sind, aus.

Positiv erwähnte er auch die Zusammenarbeit mit der Finanzabteilung der Stadtgemeinde Bad Ischl und deren Leiter, RD Rainer Stadler, die hier reibungslos funktioniere. Weiters führte Hochdaninger aus, dass Bad Ischl stolz auf sein Feuerwehrwesen sein kann und vor Jahrzehnten von den verantwortlichen Politikern Bad Ischls der richtige Weg eingeschlagen wurde.

So kann man heute auf ein modernst ausgestattetes Feuerwehrwesen verweisen – und dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, sieht er in vielen Gemeinden in Oberösterreichs, in die er aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit kommt. Dass 10 Feuerwehren und Feuerwachen nicht zu viel sind, sieht man bei Katastropheneinsätzen, wie z. B. Hochwasser aber auch bei größeren Einsätzen am Tag, wo jeder Mann gebraucht werde. Zum aktuellen Brandeinsatz in der Hauptschule wies er auf die Wichtigkeit des vorbeugenden Brandschutzes – auch in öffentlichen Gebäuden hin – auch wenn solche Investitionen oftmals nicht billig sind. Das Vorhandensein einer Brandmeldeanlage, Brandschutztüren, etc. konnte hier sicherlich Schlimmeres verhindern und so ist dieser Einsatz nochmals glimpflich ausgegangen.

Zur Feuerwehrdiskussion in Bad Ischl führte er kurz aus, dass diese mediale Präsenz von der Feuerwehr sicherlich nicht gewollt war – doch das Recht auf Stellungnahme muss auch der Feuerwehr bzw. ihm als Pflichtbereichskommandant von Bad Ischl, in deren Funktion er mehr als 600 Feuerwehrkameraden vertritt, gewährt werden und ist ein demokratisches Grundrecht.

Vizebürgermeister Johann Panhuber eröffnete die Ansprachen der Ehrengäste und dankte für die geleistete Arbeit der Ischler Feuerwehren, die eine ausgezeichnete Schlagkraft besitzen. Er ging weiters kurz auf die finanziellen Probleme der Gemeinde und die damit verbundene, schwierige Arbeit der Politiker ein.

Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Robert Benda wies in seinen Worten neben dem Dank für die geleistete Arbeit vor allem auf die Tatsache hin, dass das Feuerwehrwesen kein „profitabler Betrieb“ sein kann, wie es zur Zeit oft andiskutiert wird. Eine Ausdünnung infolge Einsparungen, Zusammenlegungen, etc. würde die Schlagkraft und in weiterer Folge die Sicherheit gefährden und daher sehr problematisch werden. Nach einem Appell an die anwesenden Politiker, auch weiterhin in die Ausstattung und Schlagkraft der Feuerwehren zum Wohle der Bevölkerung zu investieren schloss Benda seine Ausführungen.

Feuerwehrreferent Josef Reisenbichler, als nächster Redner an der Reihe, ging vor allem auf die momentane Diskussion im bzw. über das Feuerwehrwesen in Bad Ischl ein, die seiner Ansicht nach nicht glücklich geführt wurde. Er erklärte in weiterer Folge, wie es zu Aussagen „Globalbudget“, „Einsparungen“ etc. gekommen ist und ging näher auf die Kosten des Feuerwehrwesens in Bad Ischl und deren Zusammensetzung ein. Er dankte den Kameraden für ihren Einsatz, den sie Tag für Tag leisten und verwies auch auf die Höhe jener Gelder, die die Feuerwehren alljährlich selbst zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes beisteuern und erst damit ein so schlagkräftiges Feuerwehrwesen möglich machen.

Mit der abschließenden Zusicherung, auch weiterhin das Feuerwehrwesen zu unterstützen schloss Reisenbichler seine Ansprache. Als letzter Redner war Bürgermeister Helmut Haas an der Reihe. Er dankte eingangs für die Erstellung des Tätigkeitsberichtes, auch wenn dieser heuer mit ein paar zynischen Wörtern gespickt sei, aber wieder mustergültigst ausgearbeitet wurde. Ein kurzer historischer Rückblick auf die Gründung vor 140 Jahren, das gemeinsam mit den verantwortlichen Personen des Stadtamtes Bad Ischl durchgeführte Planspiel einer 3tägigen Katastrophe und die Überreichung des Ö3-Verkehrsawardes in Wien waren die nächsten Punkte seiner Ausführungen.

BGM Haas dankte weiters der ausgezeichneten Jugendarbeit, die hier von allen Jugendgruppen geleistet wird und hob die steigende Zahl an Jugendfeuerwehrmitglieder hervor. In seinem weiteren Statement verwies er auf seine 18jährige Tätigkeit als Feuerwehrreferent bzw. als Bürgermeister in der in das Feuerwehrwesen regelmäßig investiert wurde und mittlerweile 9 von 10 Gerätehäusern neu- bzw. um- und ausgebaut wurden. Auch den politischen Mandataren mit ihm als Bürgermeister an der Spitze ist bewusst, dass Sicherheit auch Geld kostet und versicherte weiters, dass in Bad Ischl auch in Zukunft für das Feuerwehrwesen die notwendigen Mittel aufgebracht werden würden.

Kommandant ABI Franz Hochdaninger schloss um 21.05 Uhr die diesjährige Vollversammlung der FF Bad Ischl und lud zu einem kleinen Imbiss ein.